Allgemeine Voraussetzungen

Die Installation einer Abgasanlage darf nur von entsprechendem Fachpersonal unter Beachtung und Einhaltung aller maßgeblichen Richtlinien, Vorschriften und Montagehinweise erfolgen.

Es dürfen nur Bauteile verwandt werden, die das nationale Ü-Zeichen, die europäische CE -Kennzeichnung oder den Nachweis der Systemzertifizierung in der CE- Kennzeichnung des zugehörigen Gasheizgerätes tragen.

Diese Angaben befinden sich in der Regel auf dem Typenschild bzw. sind Inhalt der Bauteilkennzeichnungen.

Vor Inbetriebnahme der gesamten Anlage muss der zuständige Bezirksschornsteinfeger die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Abgasanlage bescheinigen. Es ist daher immer sinnvoll den Schornsteinfeger bereits im Vorfeld hinzuzuziehen.

Für die Wahl der Installationsvariante und Ausführung der Abgasanlage sind folgende Rahmenbedingungen zu beachten:

  • Standort des Heizgerätes
    (z.B.: Keller, Dachboden, Wohnraum)
  • Leistung des Heizgerätes
    (> 50 kW ist ein separater Aufstellraum notwendig)
  • Verlauf der Abgasanlage im Hause oder außerhalb
  • Lage der Abgasmündung
  • Zuluftversorgung des Heizgerätes:
    • raumluftabhängig (aus dem Aufstellraum)
    • raumluftunabhängig (von Außen)
  • Anzahl der an die Abgasanlage anzuschliessenden Heizgeräte
    • Einzelgerät
    • mehrere Geräte in einem Aufstellraum (Kaskaden)
    • mehrere Geräte auf verschiedenen Etagen (Mehrfachbelegung)

Zuluftversorgung raumluftabhängig (einwandige Abgasleitungen)

Bei raumluftabhängigem Betrieb wird die Verbrennungsluft aus dem gut belüfteten Aufstellraum der Feuerstätte entnommen und das Abgas über Abgasleitungen abgeführt.

Für Einzelfeuerstätten spielt diese Installationsart heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Lediglich Kaskadenanlagen mehrerer Brennwertheizgeräte, werden überwiegend raumluftabhängig installiert.

Zuluftversorgung raumluftunabhäng (konzentrische Abgassysteme)

Bei dieser Betriebsweise werden die Abgase über das innenliegende Abgasrohr abgeführt und die Verbrennungsluft über den Ringspalt zwischen beiden Rohren von außen angesaugt.

In der Regel werden platzsparende, wandhängende Heizgeräte heute fast ausschließlich raumluftunabhängig installiert.

Raumluftunabhängige Heizgeräte können auch in Wohnräumen, wie Küche oder Flur aufgebaut werden.

Installationsvarianten für einzelne Heizgeräte

Dachheizzentralen

Dachheizzentralen

Die Feuerstätten werden in Dachnähe installiert. Sie benötigen daher nur kurze Abgasführungen.

Diese Installationsweise stellt hohe Anforderungen an die Geometrie der Dachdurchführung.

Windeinfall und Rezirkulation der Abgase dürfen die Betriebssicherheit des Brennwertheizgerätes nicht beinträchtigen.

In Deutschland kommen hier ausschließlich konzentrische Abgassysteme in raumluftunabhängiger Betriebsweise zum Einsatz.


Abgasleitung im Schacht

Geschossüberbrückende Abgasleitungen müssen in eigenen, belüfteten Schächten verlegt werden.

In Schächten werden die Abgasleitungen durch Abstandshalter zentrisch geführt. Der Ringspalt zwischen Abgasleitung und Schachtwand ist grundsätzlich zu hinterlüften.

Diese Variante eignet sich für raumluftabhängige und raumluftunabhängige Betriebsweise.Beide Ausführungen erlauben darüber hinaus starre oder flexible Abgasleitungen im Schacht.

Abgasleitung im Schacht

 

Außen angebaute Abgasanlage

Aussenwandführung

Steht kein eigener Schacht für die Abgasleitung innerhalb des Gebäudes zu Verfügung, kann die Abgasleitung auch an der Außenwand über Dach geführt werden.

Die Abgasführung außerhalb des Gebäudes erfordert besondere Beachtung zur Vermeidung von Mündungsvereisungen sowie der Stand- und Windlastsicherheit.

In d. R. erfolgt die bestimmungsgemäße Verwendung mit konzentrischen Systemen zum Einsatz.

Im Normalfall wird der Ringspalt zwischen Abgas- und Schutzrohr als stehende Luftschicht zur besseren Isolation genutzt. Die Zuluft wird hierbei am Fuße der Außenwandanlage in der Nähe der Wanddurchführung angesaugt.

Außenwandmündung (Windschutzeinrichtung)

Aussenwandmündung

Bei dieser Variante wird eine kurze konzentrische Abgasleitung von der Feuerstätte durch die Außenwand geführt (waagerechte Wanddurchführung).

Diese Art der Abgasabführung ist in Deutschland nur sehr begrenzt erlaubt für Heizgeräte bis max. 11 kW und 28 kW für Warmwasserbereiter, wird jedoch im europäischen Ausland häufig eingesetzt. Die Abgasführung muss einerseits Kondensate aus dem Abgas in die Feuerstätte zurückführen, anderseits Winddrücke und Regenwassereintritt verhindern.

Hier kommen ausschließlich konzentrische Abgassysteme in raumluftunabhängiger Betriebsweise zum Einsatz.

Installationsvarianten für mehrere Heizgeräte

Kaskadenanlagen

Kaskadenanlagen

In Wohneinheiten oder Gebäuden mit stark schwankendem Wärmebedarf werden zunehmend mehrere kleinere Feuerstätten zu Kaskadenanlagen zusammengeschaltet.

Die in einem Heizraum nebeneinander installierten Heizgeräte werden über eine Sammelleitung an einer gemeinsamen Abgasanlage raumluftabhängig angeschlossen.

Je nach Dimensionierung der Abgasanlage werden diese Kaskadenanlagen im Unter – oder Überdruck betrieben.

Bei Überdruckbetrieb müssen geeignete Rückstromsicherungen das Überströmen von Abgas über nicht im Betrieb befindliche Heizgeräte in den Aufstellraum verhindern.

Luft-Abgassysteme (LAS) für Etagenheizungen (Mehrfachbelegung)

Luft-Abgassysteme (LAS) für Etagenheizungen (Mehrfachbelegung)

Bei Sanierungen mehrgeschossiger Gebäuden werden immer mehr moderne Brennwertfeuerstätten in Verbindung mit Luft-Abgassystemen eingesetzt.

Die Feuerstätten werden in den einzelnen Etagen an eine gemeinsame Abgasleitung angeschlossen. In den jeweiligen Aufstellräumen werden die Brennwertheizgeräte ausschließlich in raumluftunabhängiger Betriebsweise mit konzentrischen Abgassystemen betrieben. Besondere Anforderungen bestehen bei mehrfach belegten Abgasanlagen, die durch mehrere Nutzungseinheiten führen, beim Brandschutz. Die Luft-Abgas-verbindungsstück und deren Schachtanschlüsse müssen eine Brandübertragung in andere Geschosse sicher verhindern.

In vielen Fällen stehen zur Sanierung nur kleine Schächte zur Verfügung. Somit ist auch nur eine gemeinsame Abgasleitung mit geringem Durchmesser installierbar. Ein bestimmungsgemäßer Betrieb ist dann nur mit Überdruck in der Abgasleitung möglich.

Geeignete und zugelassene Rückstromsicherungen schließen dann Abgasströme in den Aufstellraum über nicht in Betrieb befindliche Heizgeräte aus.