Brennwerttechnik

Die Entwicklung der Brennwerttechnik als Heizsystem für Wohnhäuser begann in den 80er Jahren in den Niederlanden. Ab den 90er Jahren wurde auch in Deutschland diese Technik vermehrt eingesetzt.

Heute ist die Brennwerttechnik bei fast allen Heiz- und Warmwasserbereitungssystemen Standard in der Gebäudehaustechnik. Mit der Brennwerttechnik wird ein zusätzlicher Wärmegewinn, eine Schadstoffreduzierung und in der Folge eine Heizkosteneinsparung erzielt.

Mit der Brennwerttechnik werden die Verbrennungsgase so weit abgekühlt, dass der Wasserdampf kondensiert. Dabei entsteht Kondensationswärme, die den zusätzlichen Wärmegewinn ermöglicht. Das geschieht bei Erdgas etwa unterhalb 57 °C und bei Heizöl etwa unterhalb einer Abgastemperatur von 47 °C.

Die Abgase in diesem Temperaturbereich werden nicht mehr ausreichend sicher durch natürlichen Auftrieb abgeführt. Die Ableitung der Abgase ins Freie muss daher durch Gebläse unterstützt werden.

Das Gebläse sitzt vorwiegend im Brennwert-Heizgerät und erzeugt in der Abgasleitung einen Überdruck. Dieser Überdruck fordert eine entsprechend „dichte“ Abgasleitung, damit keine Abgase unkontrolliert in die Umgebung entweichen können und eventuell Menschen gefährden.

Abgasleitungen für Brennwerttechnik

Die Brennwertheizgeräte erfordern wegen des bei niedrigen Abgastemperaturen auftretenden Kondensates feuchte unempfindliche Abgasanlagen. Kunststoffabgasanlagen sind üblicherweise für feuchte Betriebsweise verwendbar. Eine Rußbrandbeständigkeit ist nicht erforderlich. Die Gesamtkonstruktion der Abgasanlage muss jedoch gemäß den bauaufsichtlichen Vorschriften brandsicher ausgeführt sein.

Das Kondensat aus dem Wasserdampf des Abgases ist durch die im Brennstoff enthaltenen Stoffe nicht pH-neutral („sauer“) und stellt an das Material der abgasführenden Komponenten der Abgasanlage besondere Ansprüche.

Mit Polypropylen fand man Anfang der 90er Jahre einen neuen montagefreundlichen und langlebigen Werkstoff. Seit 2000 setzten sich sehr schnell bestimmte hochwertige Polypropylenarten (PP)durch.

Mehr als 98% aller Brennwertheizgeräte (öl- oder gasbefeuert) werden in Deutschland heute mit einem Abgassystem aus Polypropylen (PP) installiert.

Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise Blockheizkraftwerke mit erhöhten Anforderungen an die Dichtheit der Abgasanlagen oder auch Brennstoffzellen.

Abgassysteme aus Kunststoff werden sich weiter allen zukünftigen Anforderungen stellen und durch ständige Weiterentwicklung die moderne energiesparende und intelligente Heiztechnik auch künftig begleiten.