Materialarten

Als Material für Abgasanlagen aus Kunststoff haben sich folgende Materialien bewährt.

  • Polypropylen (PP)
  • Polyvinylfluorid (PVDF)

PP ist typischerweise für Abgastemperaturen bis 120ºC geeignet, PVDF bis 160ºC.

Für Abgasanlagen von Brennwertheizgeräten hat sich Polypropylen (PP) sehr schnell gegen andere Kunststoffe durchgesetzt und wird heute im Temperaturbereich bis 120ºC fast ausschließlich eingesetzt.

PP-Allgemein

Eigenschaften

  • hohe Chemiekalienbeständigkeit
  • gute, leichte Verarbeitung
  • ausgezeichnete akustische Dämpfung
  • hohe Wärmealterungsbeständigkeit
  • Polypropylen ist unlöslich in Wasser und biologisch inert, es bildet daher keine Gefahr für Grundwasser und Erdreich

Verarbeitung

  • Extrusion
  • Spritzguss
  • Thermoformen
  • Blasformen
  • Polypropylen lässt sich sehr gut mechanisch bearbeiten (z.B. Drehen, Fräsen) sowie auch Schweißen (z.B. Warmgas, Heizelement)

Anwendungen

  • Druckrohre für heiße und aggressive Medien (z.B. Abwasserrohre)
  • technische Spritzgussteile (z.B. Armaturen, Gehäuse)
  • Behältnisse
  • Abgasleitungen für Abgastemperaturen bis 120ºC

PP Abgasleitungen

Vorteile

Polypropylen hat anderen Werkstoffen gegenüber folgende Vorteile:

  • optimale Kondensatbeständigkeit
  • hohe Lebensdauer (bewährte Verwendung seit mehr als 20 Jahren)
  • geringes spezifisches Gewicht (z.B. Alu 2,7, PVDF 1,8, PP 0,9)
  • mit Standardwerkzeugen einfach bearbeitbar
  • preiswert und wirtschaftlich
  • leichtes Recycling

PP Varianten

Eingesetzt wird nur spezielles, hochwertiges und reines Polypropylen (PP), dessen Eignung für den Einsatz als Abgasleitung nachgewiesen sein muß. Hierdurch wird eine gleichbleibende Qualität sichergestellt.

Im Markt findet man typischerweise Produkte in unterschiedlichen Farben z.B. transluzent (durchscheinend), schwarz oder auch grau.

Bestimmte gewünschte Eigenschaften können durch Zusatzstoffe erreicht oder verbessert werden, z.B.: erhöhte UV-Stabilität oder reduzierte Entflammbarkeit.

Eignungsnachweise

Die Eignung der Kunststoff-Rezepturen für den Einsatz Verwendungen als Abgasanlagen wird durch umfangreiche Prüfungen gemäß geltender Normen und Vorschriften nachgewiesen. Bei Mitgliedern des VKA werden diese ausschließlich durch eine benannte Prüfstelle durchgeführt.

Die Prüfungen werden unterteilt in Funktions- sowie Werkstoffprüfungen.

Funktionsprüfungen

  • Überprüfung der Montagemöglichkeit
  • Gasdichtheit (vor und nach Temperaturbeanspruchung)
  • Überprüfung der Abgasanlage (vor und nach Temperaturwechselbeanspruchung)
  • Temperaturwechselbelastung
  • Kondensatdichtheit und Kondensatableitung
  • Betriebs- und Brandsicherheit
  • Ermittlung der maximalen vertikalen Aufbauhöhe/-länge

Werkstoffprüfungen

  • Widerstandsfähigkeit gegen kondensierende Abgase und Kondensat
  • Ausreichende Beständigkeit gegen Alterung (unter Temperatur- und Kondensatdauerbeanspruchung)

Qualitätssicherung

Alle Hersteller von Abgasanlagen sind verpflichtet, sich einer Fremdüberwachung durch eine „benannte Stelle“ zu unterziehen.
Dies bedeutet, dass diese „benannte Stelle“ in regelmäßigen Abständen unangemeldet die Produktion und die Abläufe (Prozesse) des Herstellers überwacht.

Die Mitglieder des VKA haben mit der jeweiligen „benannten Stelle“ zusätzlich vereinbart, dass diese die erstermittelten Materialkennwerte (chemische, thermische, mechanische) aller eingesetzten PP-Materialien separat überwacht.
Dadurch wird sichergestellt, dass nur zugelassenes Material eingesetzt wird und die Verarbeitungsprozesse beibehalten wurden.